Wie Sie weniger Arbeit haben ohne nein zu sagen

Ursachen, warum viele Menschen nicht „nein“ sagen, gibt es viele. Welche sind Ihre?

Gehören Sie auch zu den Leuten, auf deren Tisch sich bereits die Arbeit stapelt, die jedoch immer weiter neue Dinge annehmen?

Vielleicht haben Sie es schon öfter von mir gehört: Sie können nicht mehr Zeit sparen, als wenn Sie Dinge nicht oder nicht mehr machen.

All die Sachen, bei denen Sie sich dagegen entscheiden diese zu tun, sparen Ihnen richtig Zeit.

Und mit der Zeit ist es nun mal so:

Jeder hat 24 Stunden, jeden Tag und jede Sekunde, die vergangen ist, ist weg für immer. Also nutzen Sie Ihre Zeit intelligent für Menschen und Dinge, die Ihnen wichtig sind.

Doch, sobald Sie sich entscheiden, auch einmal Dinge nicht oder nicht mehr zu machen, stehen viele vor einer großen Hürde: Sie müssen plötzlich Menschen ab- und Aufgaben zurückweisen.

Um dies zu erreichen, müssten wir „nein“ sagen.

Oh man, mir persönlich fällt das unglaublich schwer. In mir drin schreit einfach alles danach meinen Gegenüber zu unterstützen und ein hilfreicher Teil des Teams zu sein.

„Nein“ zu sagen, ist für mich eines der unangenehmsten Dinge der Welt.

Daher habe ich es einfach angepasst.

Jedes „Ja“ belastet Ihr Freizeitkonto

Wir müssen „nein“ sagen, um Aufgaben oder Termine abzulehnen – zumindest denken das alle. Und viele Menschen haben, wie ich, ein großes Problem damit.

Sie verbinden dies gleich mit negativen Gedanken, wie

  • „Ich will den anderen ja nicht vor den Kopf stoßen.“
  • „Was wird mein Chef denken, wenn ich die Aufgabe ablehne?“
  • „Das schadet bestimmt meiner Karriere.“
  • „Dann bin ich sicher unten durch.“
  • „Ich bin doch ein Teamplayer.“
  • und so weiter

Vielleicht denken Sie: „Das klappt schon irgendwie. Außerdem sind Sie ja belastbar und wollen vorankommen.“

Bedenken Sie bitte eines:

Auch mit dem besten Zeitmanagement lassen sich 60 Stunden Arbeit nicht in 40 Stunden Zeit pressen. Klick um zu Tweeten

Ihr Teamdenken und Ihre Hilfsbereitschaft in allen Ehren. Doch geben Sie Acht, dass Sie nicht zur Ablage Ihrer Kollegen und zur „Müllkippe“ für unliebsame Aufgaben werden.

Am Ende sind Sie die Person mit dem Nachsehen, wenn Ihr Feierabend immer später und Ihre Wochenenden immer kürzer werden.

Den Ausflug in Schreckensszenarien, wie Burnout, Depression oder auch einen Herzinfarkt durch übermäßigen Stress, erspare ich Ihnen an dieser Stelle.

Dinge ablehnen ohne Nein zu sagen

Wie soll das genau funktionieren? Wie können Sie künftig Aufgaben und Termine ablehnen ohne „nein“ zu sagen?

Im Grunde recht einfach: Verändern Sie Ihren Fokus und Ihre Sprache.

Fokussieren Sie sich nicht auf das Nein, was Sie nicht machen wollen, sondern auf die vielen Jas, die bereits vergeben haben.

Sagen Sie endlich mal wieder richtig „ja“ zu den Dingen und vor allem zu sich selbst. Sagen Sie „ja“ mit Überzeugung und Leidenschaft.

Nein, Sie brauchen jetzt gar nicht die Augen verdrehen.

Wie oft haben Sie bereits (voreilig) „ja“ gesagt? Vielleicht, weil Sie sich bedrängt oder verpflichtet gefühlt haben? Vielleicht, weil Sie nicht richtig aufmerksam waren? Und vielleicht auch, weil Sie keinen Überblick hatten, was sonst noch alles ansteht?

Sagen Sie künftig „ja“, fühlen Sie sich diesen Dingen verpflichtet und lassen Sie diese Dinge auch den entsprechenden Raum in Ihrem Alltag und Leben einnehmen.

Wie kann ein solches Ja konkret aussehen?

Das könnte sich zum Beispiel so anhören, falls Sie die Aufgabe gar nicht machen wollen:

„Ich habe hier bereits 4 Aufgaben für heute zugesagt: zwei für Peter, eine für Tobias und eine für Sandra. Diesen habe ich bereits mein Wort gegeben, dass ich damit pünktlich fertig werde. Deine Aufgabe würde meine Zusagen gefährden und Du würdest sicher auch wollen, dass ich Aufgaben für Dich mit der gleichen Ernsthaftigkeit und Verlässlichkeit behandle, oder?“

Und so, falls Sie die Aufgabe grundsätzlich machen würden, jedoch nicht jetzt:

„Für die nächsten 4 Stunden (oder 3 Tage, 2 Wochen etc.) bin ich bereits verplant. Wie können wir Deine Aufgabe im Anschluss sauber planen und vorbereiten, dass ich diese zu Deiner Zufriedenheit erledigen kann?“

Der Irrglaube mit dem Chef

Hey Mathis! Was ist mit meinem Vorgesetzten? Ich kann doch meinem Chef keine Aufgabe ausschlagen?

Echt nicht? Warum?

Ich war selbst Chef und war froh, wenn mich mein Mitarbeiter darauf hingewiesen hat, wie es aktuell beim ihm aussieht und was das für meine neue Aufgabe bzw. für die bereits übertragenen Aufgaben bedeutet.

Ihr Chef ist wahrscheinlich der letzte Mensch, der sich Ihre ToDo-Liste merkt. Das ist beim besten Willen auch nicht seine Aufgabe.

Er hat in den meisten Fällen gar keine Ahnung, wie es gerade bei Ihnen aussieht. Alles, was er will, ist die vorliegenden Aufgaben zu delegieren und dafür sucht er einen passenden Mitarbeiter. Passend bedeutet: fachliche Qualifikation und verfügbare Zeit vorhanden.

Zeigen Sie Ihrem Chef Ihre aktuelle Aufgabenliste und Wochenplanung. Gemeinsam können Sie bei Bedarf neue Prioritäten definieren und Sie können die Kollegen informieren, dass sich Ihre Zeitplanung aufgrund einer Anordnung „von oben“ geändert hat.

Diese können dann entsprechend reagieren und Ihre Aufgaben selbst erledigen, warten oder an jemand anderen übertragen.

(Es soll ja auch Vorgesetzte mit einer anderen Sicht auf diese Dinge geben. Nun ja, was kann ich da sagen… Tut mir wirklich leid für Sie.)

Geht das immer? Nein.

Ich weiß selbst sehr gut, dass es manchmal einfach nicht anders geht: Das Team ist zu klein. Die Arbeit zu viel. Die Kollegin krank. Der Kollege nicht ausreichend ausgebildet. Der Chef ein Trottel.

Dann müssen Sie „ja“ sagen, was sollen Sie denn auch tun?

Doch am Ende vom Tag prüfen Sie bitte einmal ganz genau, was davon alles nette Gründe sind und was die Realität (und machen Sie das gerne mit einem Partner zusammen, weil Sie selbst vielleicht nicht objektiv genug auf die Situation schauen können).

Nette Gründe sind oftmals die Ursache, dass Sie sich selbst immer an die letzte Stelle positionieren. Zuerst geht es um das Wohl der anderen oder der Firma.

Wie gesagt, dass ehrt Sie und ist in manchen Situationen auch unumgänglich oder sogar wünschenswert. Doch ein „Ja“ zu allem und jedem, ist ein „Nein“ zu Ihnen selbst.

Keine gute Reihenfolge, wenn Sie mich fragen. Und warum, verrate ich Ihnen in diesem Beitrag.

An welcher Stelle stehen Sie in Ihrem Leben?

Sagen Sie „ja“ zu den richtigen Dingen – mit ganzem Herzen und voller Überzeugung. Bleiben Sie diesen Dingen treu, mit Ihrer Zeit, Energie und Aufmerksamkeit und Sie müssen nie wieder „nein“ sagen.

 

Sagen Sie nein oder gehören Sie zu den Menschen, die sich damit schwer tun? Wie oft hätten Sie das Anliegen Ihres Gegenübers bereits mit einem aufrichtigen „Ja“ abschmettern können? Wie viel Freizeit hätten Sie, wenn Sie sich nicht vor jeden Wagen spannen lassen würden und nicht jeder Anfrage von Ihrem Vorgesetzten, Kunden oder Kollegen nachgehen?

Vielleicht sind Sie auch ein überzeugter „Nein“-Sager? Was ist Ihre beste Strategie? Warum glauben Sie fällt es anderen so schwer „nein“ zu sagen?

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