5 einfache Tipps für eine höhere Produktivität und Lebensfreude

Wie ist Ihre Meinung?

Ich finde, dass es im Alltag sehr selten geworden ist, dass wir uns ausschließlich mit einer Sache beschäftigen, diese konzentriert bearbeiten und alles weitere auf später verschieben.

Auf der einen Seite verständlich, denn es gibt ja auch immer so viel zu tun und wann soll man das alles machen?

Auf der anderen Seite jedoch weder sinnvoll, noch logisch.

Lassen Sie uns ein kleines Experiment machen: Nehmen wir einmal an, Sie haben drei Aufgaben zu erledigen und jede dieser Aufgaben benötigt drei Zeiteinheiten. Dann können Sie nun multitasken, also alles parallel machen, oder die Aufgaben nacheinander abarbeiten.

Wofür würden Sie sich spontan entscheiden? Was glauben Sie ist schneller?

Betrachten Sie die den folgenden zwei Zeilen:

multitasking_abc

Die farbigen Pfeile markieren jeweils das Ende der Aufgabe. Hierdurch ist klar ersichtlich, dass Aufgabe A bereits vier Zeiteinheiten früher fertig wäre, wenn Sie die Aufgabe konzentriert am Stück erledigen. Aufgabe B ist zwei Zeiteinheiten früher fertig.

Vielleicht denken Sie: „Aber das sind doch nur Bruchteile von Sekunden.“

Sie haben Recht. Das Springen selbst geht so schnell, dass wir es gar nicht mitbekommen. Ja, wir sind sogar der Meinung, dass wir die Dinge tatsächlich parallel arbeiten.

Doch dieses Vorgehen kostet nicht nur Zeit, sondern auch zusätzliche Energie. Denn das Springen und die erforderlichen Informationen für jede Aufgabe müssen ja irgendwie koordiniert und verwaltet werden!? Und diese Aufgabe übernimmt ebenfalls Ihr Gehirn (wer auch sonst).

Der dafür zuständige Bereich hierfür sitzt hinter Ihrer Stirn im sogenannten präfrontalen Cortex. (Nur falls Sie bei der nächsten Party Eindruck machen wollen.)

Je größer die Unterbrechung, desto unwahrscheinlicher ist es, dass das Gehirn diese Aufgabe erfolgreich vollbringt. Es kann sehr viel und auch sehr schnell, doch die geistigen Ressourcen sind leider endlich.

Doch wann multitasken wir denn?

Oftmals fällt es uns im Alltag gar nicht mehr auf, weil es schon so normal geworden ist, immer mehrere Dinge gleichzeitig zu machen.

Folgend ein paar typische Alltagsituationen, die Sie so vielleicht auch kennen:

  • Schreiben Sie E-Mails in Meetings oder schauen „nur kurz“ in Ihren Posteingang, ob was Neues eingetroffen ist? (haben wir doch alle schon gemacht)
  • Surfen Sie im Internet, während Sie mit anderen sprechen?
  • Unterhalten Sie sich halbherzig mit einem Kollegen oder Mitarbeiter, während Sie an Ihrer Aufgabe weiterarbeiten? (Hinweis: Prüfen Sie, ob Sie Augenkontakt mit Ihrem Gegenüber haben. Falls nicht, machen Sie Multitasking.)
  • Lesen oder schreiben Sie E-Mails, während Sie telefonieren?
  • Telefonieren Sie beim Autofahren oder beim Einkaufen?
  • Erledigen Sie noch dringende Aufgaben beim Abendessen?
  • Essen Sie vor dem Fernseher oder lesen Sie nebenher?

Je öfter Sie genickt oder im Stillen ja gesagt haben, desto mehr Multitasking betreiben Sie im Alltag.

Die Wissenschaft streitet noch, ob Multitasking gut oder schlecht ist, ob man es trainieren kann oder nicht. Eine interessante Erkenntnis ist jedoch, dass Sie scheinbar überhaupt nur zwei Aufgabe zur gleichzeitigen Abarbeitung im Kopf behalten können.

Ganz wichtig: „Gleichzeitig“ bedeutet hier NICHT „parallel“!

Ihr Gehirn macht immer schön eins nach dem anderen und falls Sie zwei Aufgaben simultan bearbeiten, also z.B. im Meeting zuhören und eine E-Mail lesen, dann springt es sehr schnell zwischen diesen Aufgaben hin und her. Ein echtes paralleles Arbeiten findet jedoch nicht statt.

Multitasking in diesem Sinne gibt es also gar nicht. (Nein, auch nicht bei Frauen.)

5 Tipps für mehr Produktivität und Ruhe im Alltag

04Für ein fokussiertes Arbeiten und mehr Ruhe im Alltag durch weniger Multitasking, habe ich folgende fünf Tipps für Sie:

  1. Die Laserfokus Methode

Die Laserfokus Methode unterstützt Sie dabei, in Ihrem Arbeitsalltag wirklich etwas wegzuschaffen und voranzukommen.

Sehen Sie sich das Video dazu an (Spielzeit 6:39 Minuten).

Mit dieser Methode habe ich meine Produktivität enorm gesteigert und bin gleichzeitig viel entspannter am Tagesende.

Doch beginnen Sie vielleicht einmal mit 20 Minuten voller Konzentration und ungeteilter Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe und steigern Sie sich nach und nach auf die vollen 45 Minuten.

Bearbeiten Sie Ihre Aufgaben im Rahmen der Laserfokusmethode und sorgen Sie für ausreichend Ruhe und Pausenzeite, zwischen den Fokussitzungen, zur eigenen Regeneration.

  1. Der Flugmodus ist ab sofort Ihr treuer Freund

Schalten Sie alle elektronischen Geräte aus oder zumindest in den Flugmodus und kappen Sie so das Internet und alle weiteren Verbindungen „nach draußen“.

Falls Sie das Internet für Ihre Arbeit benötigen, seien Sie doppelt aufmerksam!

Sie wären nicht der Erste, der durch das verführerische Link-Hopping irgendwo im Internet-Nirvana verschwindet und dadurch wertvolle Zeit und Energie verschwendet.

  1. Die neue „Shut Door Politik“

Machen Sie die Tür zu, sofern Sie potentiell durch Spontanbesuche von anderen Personen gestört werden könnten.

Aus Großraumbüros fliehen Sie am besten, wenn es wirklich um eine entscheidende Aufgabe geht, für die Sie wenig Zeit haben.

Ansonsten helfen auch Kopfhörer und monotone Hintergrundgeräusche. Gleichzeitig werden Sie vermutlich weniger angesprochen, wenn Sie Kopfhörer tragen.

Ohropax sind eine weitere Alternative, um den Lärm des Großraumbüros ein bisschen zu entkommen.

  1. Auch im digitalen Zeitalter ist Papier und Stift unschlagbar

Legen Sie ein Blatt Papier und einen Stift bereit, um aufkommende Gedanken sofort stichwortartig zu notieren und dann gleich wieder zurück zu Aufgabe zu gehen.
Das Schlüsselwort ist „stichwortartig“.

Verfassen Sie keinen Roman, sondern halten Sie sich kurz. Andernfalls laufen Sie Gefahr sich gedanklich in dem neuen Thema zu verlieren.

Wichtig ist auch, dass es Papier und Stift ist und nicht ein Texteditor oder Word oder eine andere Software. Sie können später alles relevant in die digitale Welt übertragen. Doch wenn Sie anfangen zwischen den Fenstern am Monitor zu wechseln oder neue Programme zu starten, kostet das zum einen unnötig Zeit und zum anderen laufen Sie Gefahr in einen mentalen Leerlauf zu kommen und dann rasen Ihre Gedanken irgendwo in die Ferne und lassen sich vielleicht nur schwer wieder einholen.

Dieser Punkt ist mit Sicherheit der anspruchsvollste von allen. Ich spreche hier aus eigener leidiger Erfahrung.

Den Zettel und Stift können Sie auch einsetzen, falls Ihnen jemand eine neue Aufgabe „zuruft“. Doch am sichersten ist es, wenn Sie sich gegen störende Besucher von Anfang an bestmöglich schützen (siehe Punkt 3).

  1. Tick Tack, Tick Tack

Stellen Sie sich einen Timer oder am besten gleich zwei.

Der erste Timer klingelt alle 5-10 Minuten. Er sorgt dafür, dass Sie regelmäßig überprüfen können, ob Sie noch auf Kurs sind oder urplötzlich in Ihrem Posteingang, Facebook oder auf YouTube gelandet und gestrandet sind und Sie nicht einmal mehr wissen, warum und wie Sie dorthin gekommen sind.

Ja, wir waren alle schon mal an diesem Punkt, oder nicht?

Der zweite Timer ist für die gesamte Spanne und klingelt nach spätestens 45 Minuten. Das ist Ihr Pausengong und es wird Zeit sich etwas zu bewegen, ein Schluck Wasser zu trinken und vielleicht mal aufs Handy zu schauen oder die Kollegen zu besuchen.

Vorsicht: Falls Sie auch hier Gefahr laufen Ihre Pause immer wieder auszudehnen (ohne dass Sie das wollen) und erst wieder eine Stunde später zurück am Arbeitsplatz sind, bietet sich vielleicht auch hierfür ein Wecker an.

Jeder Meister beherrscht die Grundlagen

Das sind fünf simple Dinge – absolute Grundlagen. Und falls Sie das Glück haben, nicht in einem Großraumbüro zu sitzen, auch alle sehr einfach umzusetzen.

Ich bin ein großer Freund von einfachen Methoden und Strategien. Denn solange ich nicht die Grundlagen beherrsche, weil ich nicht will oder weil mir diese sogar schon schwer fallen, solange wird es unnötig schwerer für mich weiter zu kommen.

Eine wichtige Grundlage für eine hohe Produktivität, mehr Ruhe und Lebensfreude ist es sich auf Personen und Dinge fokussieren zu können und alles andere auszublenden und auf später zu verschieben.

Dadurch werden die Qualität Ihrer Vorgehensweise und das Ergebnis selbst steigen. Sie werden auch weniger Zeit dafür benötigen. Zeit, die Sie anderweitig sinnvoller einsetzen können.

Und außerdem, werden sich Ihre Beziehungen verbessern, wenn Sie Ihrem Gegenüber aufmerksam folgen und ihm zeigen, dass Sie wirklich anwesend sind –  das gilt für die Partnerin oder den Partner, ebenso, wie für Kinder, Kunden und Kollegen. Im Grunde gilt das doch für jede Interaktion mit einem anderen Menschen, oder nicht?

Multitasking ist das Gegenteil von Fokus. Diese beiden schließen sich aus. Sie können nicht beides machen.

Erhöhen Sie also Ihre Fähigkeit konzentrierter und fokussierter zu arbeiten und zu leben und Sie werden sich zwangsweise von ganz allein vom Multitasking verabschieden.

Und wer weiß schon, was dadurch noch für andere tolle Dinge passieren!?

 

Control Your Focus! Control Your Life!

 

Warum machen Sie Multitasking? Warum fällt es Ihnen vielleicht schwer sich nur auf eine Sache zu konzentrieren? Was sind Ihre Fokusfeinde, die davon abhalten konzentriert zu arbeiten?

Oder sind Sie vielleicht ein Fan von Multitasking und der Meinung, dass es gar nicht ohne geht?

Ich bin neugierig und gespannt auf Ihr Feedback in den Kommentaren.

2 Comments

  • RalMi

    Reply Reply 4. April 2016

    Tolle Tipps, schlüssig erklärt – Danke!
    Allerdings glaube ich daß sich ein kleiner Rechenfehler eingeschlichen hat:
    Aufgabe A wäre ohne Multitasking 4 und nicht 7 Einheiten früher fertig, oder?
    Beste Grüße

    • Mathis Uchtmann

      Reply Reply 4. April 2016

      Völlig richtig! Habe es korrigiert.

      Da habe ich selbst den Beweis angetreten. Das war auch Multitasking: zählen, rechnen und schreiben… 😉
      Viele Grüße und danke für den Hinweis und das Feedback!

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