Wie viele Bücher und Blogbeiträge haben Sie bereits in Ihrem Leben gelesen? Wie viele Seminare besucht? Wie viel Zeit haben Sie investiert, um Informationen zu konsumieren, die Sie und Ihr Leben verbessern sollen?

Nach dem Lesen dieses Beitrags wissen Sie, ob Sie bislang ein Wissens-Konsument oder Wissens-Investor waren. Sie kennen den Unterschied und können entscheiden, was Sie künftig sein wollen.

Ich habe dutzende Bücher gelesen, 100e Stunden Audio- und Videoprogramme gehört und geschaut und zahlreiche Seminare besucht.

Alles in allem habe ich sehr, sehr viel Zeit und Geld in diese Dinge investiert. Und doch erlebe ich es immer wieder, dass ich noch immer die gleichen Anfängerfehler mache, wie noch vor 12 Jahren, als ich damit begonnen habe, mich mit meiner persönlichen Entwicklung intensiver auseinanderzusetzen.

Klar, ich habe viel Wissen angehäuft. Viele Informationen, Tipps, Strategien, Ratschläge, Methoden, Werkzeuge, Kniffe und Lebensweisheiten schwirren in meinem Kopf herum und kommen z.B. immer dann hervor, wenn mich jemand um Rat fragt, ich mich in Coachings und Trainings befinde oder ich mir ganz bewusst Zeit für eine Selbstreflektion nehme.

Mit dem Anhäufen von Wissen allein ist es also nicht getan. Das wäre ja auch zu schön gewesen, oder?

Und mal ehrlich, das wussten Sie doch selbst bereits.

Sind Sie Konsument oder Investor?

Ich habe mir hierüber einige Gedanken gemacht und zur Verdeutlichung der Problematik das Modell des Konsumenten und des Investors erschaffen.

Die Frage ist nun, was sind Sie? Und noch wichtiger: Ist das die Rolle, die Sie wirklich haben möchten?

Ich halte das Modell bewusst einfach. Es geht mir nicht um korrekte Definitionen von Begriffen, sondern um das Gesamtbild und vor allem das Gefühl, das dabei ihn Ihnen (hoffentlich) entsteht.

Ein Konsument ist jemand der Dinge kauft, um diese z.B. zu verbrauchen oder zu besitzen. Ein Investor ist jemand, der Dinge kauft, um damit etwas zu vermehren.

Das soll einmal unsere einfache Ausgangsbasis sein.

Der Wissens-Konsument ist …

Ein Konsument, der z.B. ein Haus oder eine Wohnung kauft, freut sich an dieser Wohnung. Er fühlt sich dort wohl und sicher.

Ein Mensch, der ein Buch kauft, und es nach dem Lesen ins Regal stellt, ohne mit den darin enthaltenen Informationen irgendetwas zu machen, ist ebenfalls ein Konsument: ein Wissens-Konsument.

Das Lesen war schön und hat Spaß gemacht. Es gab vielleicht den ein oder anderen Aha-Moment und vielleicht auch gute und inspirierende Ansätze in dem Buch oder Blogbeitrag. Das Wissen ist nun im Kopf des Konsumenten.

Er fühlt sich gut damit, was er alles weiß. Er ist sicher auf diesem Gebiet. Zumindest in der Theorie. Er könnte spontan viele Fragen dazu beantworten und darüber vielleicht auch längere Vorträge halten.

Doch mehr macht er nicht. Er stellt also das Buch in das Regal, greift zum nächsten und liest dieses. Mit dem gleichen Ergebnis…

Der Wissens-Investor ist …

Der Wissens-Investor jedoch liest ein Buch mit dem Ziel etwas zu vermehren.

Je nach Thema können dies unterschiedliche Ziele sein. Bei Büchern zur Produktivität möchte er vielleicht cleverer und fokussierte arbeiten, wissen, wie er all die Dinge im Alltag erledigt bekommt und seine persönlichen Ziele schneller erreichen, ohne sich selbst dabei zu verheizen.

Bei einem Kochbuch möchte er vielleicht leckere und gesündere Speisen für sich und seine Lieben machen. Bei einem Ratgeber zu Beziehungen möchte er diese vielleicht verschönern, vertrauter und inniger führen oder neue Menschen kennenlernen.

Sie verstehen sicher worauf ich hinaus will.

Was möchten Sie künftig sein?

Während der Konsument zwar das Wissen und das schöne Gefühl besitzt, dieses Wissen jederzeit abrufen zu können, geht der Investor den entscheidenden Schritt weiter: Er wendet das Wissen tatsächlich an.

Oder anders ausgedrückt:

Der Wissens-Konsument besitzt das Wissen. Der Wissens-Investor investiert dieses. Share on X

Für den Ersteren ändert sich nicht viel. Letzterer hat die Möglichkeit alles zu verändern.

Der Wissens-Investor hat das Wissen ja auch, doch wird er gleichzeitig immer reicher (und damit meine ich nicht unbedingt, dass er mehr Geld bekommt, was durchaus eine Folge sein kann).

Sobald er sein Wissen anwendet, wird er reicher an Erfahrung.

Er wird reicher durch seine eigene Erfahrung und reicher durch die Erfahrung von anderen, die ihre gerne mit ihm teilen, weil er offen zeigt und darüber spricht, wo gerade seine Herausforderungen sind und was er gerade plant.

Ich habe lange in meinem Leben konsumiert und mache es an vielen Stellen heute auch noch. In anderen Bereichen bin schon sehr gut und investiere täglich mein Wissen, um damit mehr zu schaffen: mehr Freude, mehr Erfolg und mehr Freiheit.

Eines meiner großen Ziele ist es die Dinge, die ich von anderen Leuten mitgeteilt bekomme und die für mich Sinn machen, zu testen, zu optimieren und dauerhaft in meinem Leben zu halten. So viele Menschen sind viel schlauer als ich und zwar in vielen Bereichen, die mein Leben verschönern. Also höre ich hin und wende an.

Mache ich das konsequent? Leider nein.

Doch ich habe einen Fokus darauf gesetzt und werde immer besser. Ich habe für mich entschieden mein Wissen zu investieren.

1.000 Bücher für ein besseres Leben!?

Ihr Leben wird nicht schöner, nur weil Sie 1.000 Bücher im Regal stehen haben. Ihr Leben wird schöner, sobald Sie sich die zentralen Gedanken aus diesen Büchern zur Gewohnheit machen.

Es ist an der Zeit eine Entscheidung zu treffen: Möchten Sie ein Konsument sein oder ein Investor?

 

Egal, wie Ihre Entscheidung ausfällt, ich freue mich über Ihr Feedback in den Kommentaren.

    20 replies to "Konsumieren Sie noch oder investieren Sie schon?"

    • Karin Krieger

      Du hast schlicht und einfach recht.
      Aber es ist eine recht zähe Angelegenheit.
      Ein Buch ist schnell gelesen, aber es dauert lange, bis das enthaltene Wissen so wirklich verinnerlicht ist.
      Ich habe mittlerweile nur mehr „Wissensbücher“, und immer wieder, wenn ich sie zur Hand nehme, kommt der Erinnerungseffekt „ach ja, stimmt schon, darauf habe ich ja ganz vergessen“ oder ich finde neue, bisher überlesene Informationen.
      Wissen weitergeben ist eine sehr gute Sache.
      Nicht nur, daß man dadurch sein eigenes Wissen vertieft, erhält man immer auch sehr viel zurück. Jeder Gesprächspartner läßt mich ja teilhaben an seinem Wissen, an seinen Erfahrungen. Ich empfinde das als sehr große Bereicherung.

      • Mathis Uchtmann

        Klar, Gewohnheit zu ändern dauert länger, als das Lesen eines Buches. Und leider gibt es keine Abkürzung.

        Das Weitergeben von Wissen ist eine tolle Sache, um sich die zentralen Punkte immer wieder vor Augen zu führen und mit anderen zu diskutieren. Außerdem bietet es die Chance von nachhaltiger Veränderung. Wie kann ich denn jemandem einen Rat geben, ohne diesen selbst zu berücksichtigen. Das passt irgendwie nicht zusammen, oder?

        Danke für Deine Rückmeldung!

    • Leif

      Hallo Mathis,

      ein toller Beitrag. Ich bin wohl noch Konsument, mache mir aber Gedanken wie ich Investor werden kann. Wie liest man ein Buch nachhaltig? Wie bleibe ich dran und verliere das nicht aus den Augen? Nicht einfach die Wandlung.

      Viele Grüße

      Leif

      • Mathis Uchtmann

        Hallo Leif,

        wir sitzen doch alle im gleichen Boot! Wie liest man ein Buch nachhaltig? Fantastische Frage!

        Sobald Du eine Antwort gefunden hast, gib mir Bescheid. Dann schreibst Du einen Gastbeitrag.
        Hierzu habe ich mir auch schon Gedanken gemacht und werde diese auch in einem Blog mit Dir als Leser teilen. Im Moment sind sie jedoch noch nicht ausgereift.

        Hier vielleicht eine Idee: Fasse fünf Kernelemente des Buches zusammen auf ein Blatt Papier und hänge es schön sichtbar auf. So verlierst Du es zumindest nicht aus den Augen. 😉

        Viele Grüße!

    • Barbara Bähre

      Leider zähle ich noch zu den Wissens-Konsumenten. Mir fehlt es an der Umsetzung. Aus welchem Grund kann ich nicht mitteilen. Ich vermute, dass es mir an Überzeugung, Mut und Vertrauen in mich fehlt. Diese Punkte „bearbeite“ ich, um davon wegzukommen.
      Ihre Formulierungen stimmen.
      Danke für diese Hinweise. Umsetzung ist mein Ziel.
      Barbara Bähre

      • Mathis Uchtmann

        Hallo Frau Bähre,

        es gehört sehr viel Mut dazu einen solch persönlichen Kommentar auf eine Webseite zu schreiben, die von 1.000 Leuten gesehen wird.

        Vielleicht verändern Sie einmal Ihren Blickwinkel: Anstatt von den Dingen wegzukommen, suchen Sie sich ein schönes Bild, auf das Sie zusteuern wollen. Denn was steht im Fokus, wenn ich etwas nicht will? Genau diese Sache.

        Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie wollen und dann gehen Sie in kleinen Schritten darauf zu.

        Viel Erfolg und meinen großen Respekt und tiefen Dank für Ihr Feedback!

    • Klaus

      Ups, das hat gesessen.

      Danke lieber Mathis,

      Dein Beitrag tut auf der einen Seite weh, – warum die Erkenntnis nicht früher -, regt jedoch extrem zum Umdenken an. In meinen Ausbildungen und Seminaren steckt mindestens ein guter Kleinwagen deutscher Markenhersteller – oder gespart hätte das locker der Tesla 3 jetzt werden können. Ich bin ein Wissensriese, jedoch ein Handlungzwerg, richtig amortisiert hat sich das noch nicht. Deshalb Danke für den Tritt in den Mors.
      Viele Grüße

      Klaus

      • Mathis Uchtmann

        Hallo Klaus,

        ich kann Dich gut verstehen. Doch glaube ich auch, dass keine Zeile und keine Minute eines Seminars umsonst ist. Ganz im Gegenteil!

        Was ich selbst festgestellt habe, ist, dass es manchmal 100 und mehr Kontaktpunkte mit ein und demselben Gedanken benötigt, dass dieser auf fruchtbaren Boden fällt. Ich bin mir sicher, dass Du ein anderer Mensche heute wärst, wenn Du Dir einen Tesla erspart hättest.

        Schöne Grüße und danke für Dein Kommentar!

    • Claus F. Dieterle

      Die Aussage der Bibel, nämlich in Jakobus 2, 20, gilt auch für andere Bereiche des Lebens: „Du gedankenloser Mensch! Willst Du nicht einsehen, dass ein Glaube, der nicht zu Taten führt, wirkungslos ist?“ Das Wissen muss zur Tat führen!

      • Mathis Uchtmann

        Richtig, Herr Dieterle! Vielen Dank für diese tolle Textpassage.

    • Karin Ebach

      Hallo Mathis,

      danke für den tollen Tipp. Man kann wirklich eine Menge Lebenszeit sparen, wenn man sich bewusst auf das beschränkt, was das eigene Leben ausnahmslos bereichert. Wir wissen alle sicher schon mehr als genug. Und das meiste von dem, was wir zu „brauchen“ glauben, gibt es schon vorgefertigt zu kaufen. Damit werden wir ja absichtlich in die Konsumentenfalle gelockt, denn Menschen, die vergessen haben, für sich selbst zu entscheiden, sind eine wunderbare Geldquelle. Alles, was es braucht, ist tatsächlich die glasklare und kompromisslose Entscheidung für sich selbst.
      Ihr Artikel hat mich sehr motiviert, gleich einige Dinge zu ändern, vielen Dank!

      Liebe Grüße, Karin

      • Mathis Uchtmann

        Hallo Karin,

        Ihre Rückmeldung freut mich besonders, weil Sie gleich Taten sprechen lassen. Klasse!
        Vielen Dank und liebe Grüße!

    • P.B.

      Hallo,
      ich habe festgestellt, dass ich beim Wissenskonsum bleibe, wenn ich nur Bücher lese, die meine bereits vorhandene Meinung unterstützen – da brauche ich nichts zu ändern! Klar ist manches neu und führt zu einem Aha-Effekt, doch deswegen mich selbst ändern?
      Wichtiger für mich sind die Bücher, bei denen ich Unbehagen verspüre, weil sie mich auf eine Seite von mir hinweisen, die ich noch nicht angeschaut habe – doch genau dort liegt meiner Meinung nach die größte Änderungsmöglichkeit.

      Jedes Buch hat Spiegelpotenzial – sogar die so genannten „Groschenromane“. Schon mal drüber nachgedacht, was da gespiegelt wird?
      Sich selbst zu ändern, ist eine schwierige Sache, wenn ich eigentlich „nur“ mein Image meine. Kein Wunder, dass uns die Gewohnheit Knüppel zwischen die Beine wirft, oder aber die guten Vorsätze fallen glatt dem Vergessen anheim (bis Silvester?). Unser Ego tut sich eben schwer: warum ändern? – hat doch bisher (so lala bis gut) geklappt.
      Nachhaltige Änderung heißt authentisch werden, oder?

      Viele Grüße

      • Mathis Uchtmann

        Eine sehr interessante Frage, die Sie da am Ende stellen.

        Ich denke, dass der Mensch auch authentisch sein kann ohne sich zu ändern. Die meisten besitzen jedoch einen inneren Antrieb, der nach Veränderung schreibt, während gleichzeitig die Strategie zur Nachhaltigkeit nicht immer optimal ist. Dadurch wird es anstrengend und so viel leichter einfach so weiter zu machen, wie bisher.

        Vielen Dank für Ihren Kommentar!

    • W. D.

      Ich gehe einmal davon aus, dass die zu Grunde liegende Literaturgattung „Ratgeber“ hierbei im Fokus steht? Als Buchhändler würde ich dem übergreifenden Transfer in andere Bereiche gerade im Zusammenhang mit dem Begriff „Investition“ doch skeptisch gegenüber stehen.
      Nicht ganz konsequent entwickelt finde ich die Fragestellung. Der Übergang Konsum-Invest ist ja lediglich ein theoretischer, ein beim Kaufvorgang u. Ust. gar nicht bewußter. Wer oder was trifft eine Kaufentscheidung? Ego. Was motiviert letztlich? Die Kompensation von Minderwertigkeit. Die Kernaussage des Angebotes also, Fremdwerte dauerhaft in „Persönlichkeit“ zu integrieren, gilt es letzlich zu prüfen. Um Muster zu durchbrechen braucht es kein Buch. Es braucht tiefste Überzeugung!

      • Mathis Uchtmann

        Den Abschlusssatz finde ich besonders klasse! Vielen Dank dafür. Für alles weitere ist dieser Kommentarbereich eher nicht die richtige Grundlage zur Diskussion. Sie bieten jedoch spannende Gedanken. Herzlichen Dank dafür!

    • Andreas Dibbern

      Moin Herr Uchtmann,
      Danke für die Erinnerung, feine Erklärung und auch den sanften Kick zur eigenen Veränderung.
      VG aus Hamburg / Andreas Dibbern

      • Mathis Uchtmann

        Moin, moin Herr Dibbern, jederzeit gerne. Durch das schreiben, rufe ich mir ja auch selbst immer wieder Dinge ins Gedächtnis und beschäftige mich intensiver damit. Es ist also ein Win-Win. Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit für ein Feedback genommen haben. Schöne Grüße!

    • Angie

      Lieber Herr Uchtmann,

      das ist ein herrlicher Beitrag, denn er trifft den Nagel auf den Kopf. Jahrelang habe ich genau das getan denn ich liebe Lesen. Meine Bücherregale wurden immer voller und voller und ich immer stolzer ob meines „enormen“ Wissens. (auch habe ich mich schon vor Jahren auf sehr guten Newslettern aus Amerika eingetragen, die meines Erachtens zu dem Zeitpunkt viel weiter waren als wir hier in Europa)
      Aber irgendwann fiel mir auf, dass mein Leben sich nicht wesentlich verbessert hatte in all der Zeit. Wie war DAS möglich bei soviel „Wissen“.
      Dann bin ich eines Tages über Andy Shaw „gefallen“.( Creating A Bug Free Mind, Part 1 und 2)
      Der beschäftigt sich nämlich genau mit dem Phänomen, dass die Erfolgsquote bei der Self-Help-Industrie weniger als 1% beträgt. (es geht hier auch darum, dass wir „gute Information“ in ein bereits „verschmutztes“ System bringen und damit natürlich nicht den erwünschten Erfolg erzielen können) Für jeden den es interessiert, dies ist mit absolutem Abstand das Beste was ich zu echter „Veränderung“ je gelesen habe. (bis jetzt nur in Englisch zu erhalten, zwei dicke Bücher von ca. 500 Seiten)
      Allerdings braucht man dann auch die Disziplin um sein „System“ umzusetzen. ABER es funktioniert!!! Wie er sagt, er wollte bewusst kein shelf-help book (Regalbuch) sondern ein echtes self-help book schreiben.
      Mit liebem Dank an Sie Herr Uchtmann und Ihr „Wachrütteln“ im deutschen Sprachraum und sonnigen Grüssen aus Brüssel,

      Angie Bergemann

      • Mathis Uchtmann

        Vielen Dank Frau Bergemann für Ihr Feedback und den Tipp. Wissen ist vielleicht Macht. Doch Handeln ist mächtiger. Schöne Grüße nach Brüssel!

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