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6.    Ultimativer Zeitspartipp:

Vergiss Multitasking

Du arbeitest nur scheinbar parallel und Deine Gehirnleistung sinkt pro Aufgabe auf ca. 40%.

Quicktipps für ZeitStyler

  • Multitasking ist ein Mythos!
  • Erledige die Dinge nacheinander, erhalte bessere Ergebnisse und spare wertvolle Zeit.
  • Du arbeitest nur scheinbar parallel und Deine Gehirnleistung sinkt pro Aufgabe auf ca. 40%. Schlimmer noch: Durch dauerhaftes Multitasking schadest Du Dir langfristig. Deine Konzentrationsfähigkeit wird beeinträchtigt und beschädigt. Du wirst immer nervöser und zerstreuter.
  • Der völlig verständliche Gedanke, schneller voranzukommen, in dem Du zwei Dinge gleichzeitig machst. Liefert Dir leider genau das Gegenteil.

Aktion des Tages – Mach es einfach!

Mache heute keine zwei Dinge gleichzeitig: Solange Du telefonierst, telefonierst Du und solange Du E-Mails schreibst, machst Du das. Solange Du ein Gespräch führst, hörst Du aufmerksam zu oder beendest es.

Mache eine Sache, bringe sie zu Ende oder stoppe sie und dann beginne die Nächste.

Das Radio im Hintergrund ist entweder störend oder Du nimmst es ohnehin nicht wahr, lasse es am besten gleich aus.

Wirst Du das heute machen? Beobachte, was passiert, wie sich das anfühlt und wie viel Zeit Du damit sparst.

 

Tiefere Einblicke

Die Zeit austricksen

Tagtäglich versuchen Millionen Menschen der Zeit ein Schnippchen zu schlagen, in dem sie sehr gerissen einfach zwei Aufgaben parallel erledigen.

Der Klassiker: Telefonate und Mails. Schon mal gemacht? Und? War gut? Alles mitbekommen und eine tolle E-Mail geschrieben?

Die Annahme, dass man schneller ist, wenn man zwei Dinge gleichzeitig macht, ist auch nachvollziehbar, nur leider völlig falsch. Schreibe ich die E-Mail während des Meetings, dann hab ich nachher zwar mehr Zeit, habe jedoch nicht alle Informationen aus dem Meeting mitbekommen. (Gut, jetzt kann es natürlich sein, dass das Meeting selbst – wie so viele – ohnehin reine Zeitverschwendung ist…).

Gerade in der heutigen Welt durch die ständige Verfügbarkeit verschiedener Medien, liegt es nahe, dass man diese auch gleichzeitig verwendet, um richtig Zeit zu sparen.

Konzentration auf eine Sache

Die Wissenschaft weiß jedoch etwas anderes zu berichten. Bereits in den 1950er Jahren fand ein Versuch am Massachusetts Institute of Technology statt. Bei diesem Versuch wurden den Probanden Kopfhörer aufgesetzt und auf dem linken und rechten Ohr unterschiedliche Sprachsequenzen eingespielt. Sie wurden angewiesen sich auf die rechte Seite zu konzentrieren, um diesen Text möglichst genau wiedergeben zu können.

Diese Anordnung erforderte höchste Konzentration und ihre volle Aufmerksamkeit.

Was glaubst Du wie viel Informationen aus der Sequenz der linken Seite von den Probanden aufgenommen wurde?

Ist es Deiner Meinung nach möglich sich auf eine Sache voll zu konzentrieren und wenigstens ein bisschen von dem anderen mitzubekommen?

Das Ergebnis des Experiments war eindeutig: Völlig unmöglich!

Die Forscher fanden heraus, dass absolut niemand den Inhalt der zweiten Sequenz wiedergeben konnte. Es war sogar noch extremer: Weder wurde die Sprache erkannt, noch ob es sich um eine Männer- oder Frauenstimme gehandelt hat.

Seit den 1950ern hat sich zwar einiges getan in der Medienwelt, doch unser Gehirn ist bei dieser Entwicklung nicht mitgekommen.

Leistung des Gehirns beim Multitasking

Auch wenn es noch unzählige Ungläubige gibt, hat die Wissenschaft doch mittlerweile sehr sicher herausgefunden, dass Multitasking ein Mythos ist.

Du bzw. Dein Gehirn können Aufgaben nicht parallel erledigen. Dein Gehirn springt immer sehr schnell zwischen den Aufgaben hin und her. Das kostet nicht nur enorm Energie, sondern auch Zeit und Qualität.

Was glaubst Du wie viel Gehirnleistung auf eine Aufgabe entfallen, wenn Du zwei Dinge gleichzeitig machst?

Multitasking ist nicht nur ein Mythos, es ist sogar viel schlimmer: Durch das Erledigen von zwei parallelen Aufgaben, sinkt die Gehirnleistung pro Aufgabe auf ca. 40%. Es wird also nicht einmal fair 50/50 aufgeteilt.

Langfristige negative Folgen für Multitasker

An der Stanford University wurden in einer Serie von Experimenten „leichte“ mit „intensiven“ Multitaskern verglichen. Dabei haben die Forscher festgestellt, dass gerade die angeblich geübten Multitasker bei schon einfachen Aufgaben besonders schlecht abgeschnitten haben. Ihre Konzentrationsfähigkeit war scheinbar nachhaltig beeinträchtigt oder gar nicht mehr vorhanden.

Mit dem Hinblick darauf, dass heute immer mehr Medien verfügbar und sofort verwendet werden können, ist das keine erfreuliche Botschaft.

Vielleicht hilft uns die Evolution irgendwann dabei echtes Multitasking zu betreiben. Doch bis es soweit ist, erledige die Aufgaben nacheinander. Du wirst nicht nur schneller sein, sondern auch bessere Ergebnisse erzielen.

Multitasking im Alltag

Ich kann zwei Dinge gleichzeitig machen!

Klar können wir Autofahren und uns unterhalten oder Radio hören. Doch mach das mal mit einem Fahranfänger (AUF DEM ÜBUNGSPLATZ!).

Du wirst erleben, dass das für ihn doch nicht so einfach ist, wie für Dich “alten Hasen”.

Bei Dir wird das Autofahren mittlerweile unterbewusst vom Kleinhirn gesteuert, das Großhirn ist also bereit für Kommunikation und z.B. Radio hören.

Doch ist Dir vielleicht auch schon einmal aufgefallen, dass Du nach einem Telefonat im Auto festgestellt hast, dass Du die letzten gefahrenen Kilometer irgendwie gar nicht mitbekommen hast? Oder anders herum: Das Telefonat gerät ins Stocken, sobald Du in eine Situation kommst, die Deine Aufmerksamkeit erfordert (z.B. eine Baustelle, Kinder auf der Straße, die Suche nach der richtigen Straße zum Abbiegen etc.). Viele Autofahrer machen auch beim Rückwärtsfahren oder Einparken das Radio leise bzw. aus, weil der Lärm sie bei der Konzentration stört.

Merke!

Mache die Dinge immer nacheinander (z.B. 45 Minuten konzentriert arbeiten, dann kurze Radiopause oder Kaffeepause mit der Kollegin).

Dinge nacheinander erledigen spart nicht nur Zeit, sondern erhöht auch die Qualität der Ergebnisse und sorgt vor allem dafür, dass Du auch später noch hoch konzentriert sein kannst.

Ach übrigens, das gilt auch für Frauen.

Umsetzbar!?

Wie wirst Du diesen Tipp heute anwenden?

Welche Hürden und Schwierigkeiten siehst Du?

Warum funktioniert dieser Tipp bei Dir vielleicht nicht?

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Eine Antwort zu “Tipp #6: Vergiss Multitasking”

  1. Das fand ich echt spannend, besonders auch die wissenschaftlichen Tests, die Du angeführt hast! Ich werde mal bewusst beobachten.

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